Aktuelle Seite: 

Lebensstationen Johann Friedrich Blumenbachs     

1752

Johann Friedrich Blumenbach wird am 11. Mai in einer wohlhabenden Familie in Gotha geboren. Seine Eltern sind Heinrich Blumenbach, Professor am städtischen Gymnasium und Charlotte Blumenbach, geb. Buddeus, Tochter des Gothaischen Vizekanzlers. Blumenbach hatte zwei Geschwister: Charlotte Sophie Henriette (gest. 1802) und Friedrich Wilhelm Carl Ernst (gest. 1806).

 

1759-1769

Besuch des Gymnasium illustre zu Gotha. 

 

1769-1772

Studium der Medizin in Jena. 

 

1772

15. Okt.: Fortsetzung des Studiums in Göttingen an der nach ihrem Gründer, König Georg II. August von England, benannten „Georgia Augusta“.

 

1775

19. Sept.: Promotion zum Dr. med. aufgrund der Dissertation De generis humani varietate nativa (Datum der Disputation: 16. Sept.)

 

1776

24. Febr.: Ernennung zum außerordentlichen Professor der Medizin, sowie zum Prosektor in der Anatomie und zum Unteraufseher des Academischen Museums der Georgia Augusta (durch Reskript König Georgs III. vom England vom 9. Febr.).

 

1778

Ordentlicher Professor der Medizin in Göttingen (mit Schreiben Georgs III. vom 13. Nov.).

 

1779

Erste Auflage von Blumenbachs Handbuch der Naturgeschichte (12. Aufl. 1830; übersetzt in sechs Sprachen).
19. Oktober: Heirat mit Louise Amalie Brandes (1752–1837), Tochter von Georg Friedrich Brandes und Schwägerin des einflussreichen Göttinger Professors Christian Gottlob Heyne. Blumenbach und seine Frau hatten vier Kinder: Georg Heinrich Wilhelm (1780–1855), später Geheimer Regierungsrat in Hannover und ab 1818 verheiratet mit Helene Ludovike Friederike Henriette, geb. Cleve (1797–1875); Emma Marie Hedwig (1783–1819), ab 1807 verheiratet mit Carl Wilhelm Friedrich Theodor von Jasmund (1782–1847); Charlotte Friederike Adelheid (Adele) (1787–1837); Carl Ludwig Edmund (1788–1814), Leutnant in der „King’s German Legion“ („Königlich Deutsche Legion“), gefallen in der Schlacht von Toulouse). 

 

1781

Erste Auflage von Blumenbachs Monographie Über den Bildungstrieb (Auszüge darauf bereits 1780 als Aufsatz erschienen).

 

1783

25. April bis 11. Oktober: Schweizreise via Weimar (erstes Zusammentreffen mit Johann Wolfgang von Goethe), Jena, Nürnberg u.a.; Treffen mit Gottlieb Emanuel von Haller in Bern sowie mit Charles Bonnet und Guillaume-Antoine Deluc (dem Bruder von Jean-André Deluc) in Genf.

  

1784

Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

 

1785

Mitglied der Académie royale des sciences zu Paris.

 

1786

Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers (2. Aufl. 1807).

 

1787

Institutiones physiologicae (4. Aufl. 1821; mehrere Übersetzungen).

 

1788

Ernennung zum Königlich Großbritannischen Hofrat. Blumenbachs Schrift Über die Nutritionskraft wird von der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg preisgekrönt (gemeinsam mit einer Schrift Karl Friedrich Borns in Kronstadt; das Preisgeld wurde geteilt).

 

1789

Zweite Auflage von Über den Bildungstrieb, von Kant sehr lobend in der Critik der Urtheilskraft (1790) erwähnt.

 

1790

Erste Decas collectionis suae craniorum diversarum gentium veröffentlicht (fünf weitere Decades und Nova pentas folgen bis 1827).
Teil 1 der Beyträge zur Naturgeschichte.

  

1791

Dritte Auflage von Über den Bildungstrieb.

 

Nov. 1791-April 1792

Reise in die Niederlande und nach London. Blumenbach wird dem englischen König vorgestellt; Treffen mit Joseph Banks und anderen Mitgliedern der Royal Society. Arbeit im British Museum.

 

1793

Portrait Blumenbachs von J. W. Kobolt, 1793
(Beschriftung: "Dr. Johann Friedr. Blumenbach. J. W. Kobolt pinx. Casselis 1793. Laurens sc. Berolini 1804")   

Ernennung zum Fellow of the Royal Society in London.

    

1795

Dritte, stark erweiterte Auflage der Dissertation De generis humani varietate nativa (gewidmet Joseph Banks).  

 

1796

Besuch bei Goethe in Weimar und bei Schiller in Jena.

 

1798

Mitglied der American Philosophical Society.

 

1801

Goethe besucht Blumenbach in Göttingen.

 

1802

Blumenbachs Gegenbesuch bei Goethe in Weimar.

 

1806

Zweite Auflage des ersten Teils der Beyträge zur Naturgeschichte mit wichtigen Ergänzungen.

 

1807-1813

Göttingen gehört zum napoleonischen Satellitenkönigreich Westphalen.

 

1807

20. September: Audienz der Göttinger Deputierten Georg Friedrich von Martens und Blumenbach bei Napoleon im Palais des Tuileries in Paris; Treffen mit Georges Cuvier, Étienne Geoffroy Saint-Hilaire, Alexandre Brongniart und Bernard de Lacépède.

 

1808

Ernennung zum auswärtigen Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

 

1811

Zweiter Teil der Beyträge zur Naturgeschichte. Ernennung zum „Ritter der Westphälischen Krone“ des Königreichs Westphalen.

 

1812

Tod Heynes; Blumenbach wird sein Nachfolger als Oberaufseher des Academischen Museums und ab 1814 als „ständiger Secretär“ der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (schon ab 1813 „ständiger Secretär“ der physisch-mathematischen Klasse).

 

1813

30. Oktober: Reise als Deputierter der Universität nach Heiligenstadt zum Hauptquartier der Alliierten Nordarmee unter Jean-Baptiste Jules Bernadotte, dem späteren König von Schweden (Karl XIV.).

 

1814

Englische Übersetzung der Institutiones physiologicae (Elements of physiology) bei dem Londoner Verleger Bentley, das erste komplett maschinell gedruckte Buch der Welt. Ernennung zum auswärtigen Mitglied der Kungliga Vetenskapsakademien in Stockholm.

 

1815

Ernennung zum Ritter des 1815 gestifteten Guelphen-Ordens des Königreichs Hannover.

 

1816

Professor primarius der medizinischen Fakultät; Ernennung zum Königlich Großbritannischen und Hannoverschen „Ober-Medicinalrath mit Geheimen Justizraths Rang“ (GGA 1816, S. 2081).

 

 

1818

Während Blumenbachs Dekanat erreicht die Zahl medizinischer Promotionen ihren Höchststand seit Gründung der Universität.

Johann Friedrich Blumenbach
Radierung von L. E. Grimm, 1823

 

1820

Besuch bei Goethe in Weimar.

 

1821

Commandeur des Guelphen-Ordens.

 

 

1824

Als Anerkennung der Verdienste um die Stadt Göttingen wird Blumenbachs Haus für einen Zeitraum von zwanzig Jahren von Kommunalabgaben befreit. In der dritten Auflage des Handbuchs der vergleichenden Anatomie bestätigt Blumenbach die Existenz des von Goethe entdeckten Zwischenkieferknochens beim Menschen.

Blumenbach-Medaille von 1825, gestaltet von G. B. Loos (1773-1843) in Berlin
Umschriften: (Vorderseite) I. Fr. Blumenbach nato Gothae d. 11. Maii 1752 doct. creato Gottingae d. 19. Sept. 1775 (Rückseite) Naturae interpreti ossa loqui iubenti physiosophili Germanici d. 19. Sept.

1825

19. Sept.: Blumenbachs goldenes Doktorenjubiläum. Prägung einer Medaille und Stiftung eines Blumenbach-Stipendiums.

 

1826

Fünfzigjähriges Amtsjubiläum als Professor in Göttingen. Ernennung zum Ehrenmitglied der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg (zusammen u.a. mit Goethe).

 

1829

Ernennung zum Ritter des Königlich Baierischen Civil-Verdienst-Ordens.

 

1830

Ernennung zum Mitglied der Accademia delle scienze zu Bologna. Ernennung zum Associé étranger de l'Académie des sciences, Paris. 1836-1837 Wintersemester: Blumenbach hält zum letzten (118.) Male seine Vorlesung über Naturgeschichte.

 

1836-1837

Wintersemester: Blumenbach hält zum letzten (118.) Mal seine Vorlesung über Naturgeschichte.

 

1837

Ernennung zum Ritter der französischen Légion d’honneur (gemeinsam mit Carl Friedrich Gauß und Arnold Heeren). Bei seinem Aufenthalt in Göttingen anlässlich der Jahrhundertfeier der Universität Göttingen besucht der König von Hannover Blumenbach in seinem Haus.

 

1840

Blumenbach stirbt am 22. Januar. 

Blumenbachs Unterschrift
(aus einem Brief an Jakob Grimm  vom 23. Juni 1810)


Blumenbachs Grabstein auf dem Albani-Friedhof (heute Cheltenham Park) in Göttingen
Inschrift: H[ier] R[uht] J[n] G[ott] Joh. Fried. Blumenbach Obermedicinalrath Dr. und Professor der Arzneikunde zu Göttingen geb. Gotha d. 11. Mai 1752 gest. Goettingen d. 22. Jan. 1840