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Göttingische
gelehrte Anzeigen.
Unter der Aufsicht
der königl. Gesellschaft der Wissenschaften.

Der zwetye Band.
auf das Jahr 1827.

Göttingen,
gedruckt bey Friedrich Ernst Huth.

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Folgendes sind nun die beiderley Preisfragen
für die nächstkommenden Jahre.

Zuerst die von den einzelnen Classen für den
Hauptpreis.

Für den November künftigen Jahres
von der mathematischen:

Cum tabulae emortuales, quae basin qua-
si arithmeticae politicae constituunt, ab eo
inde tempore quo variolarum vaccinarum
insitio in usum versa est, longe alias quam
antea progressiones exhibeant, desiderat R.
S. ut tabulae istae eo respectu in quadam
provincia, decies ad minimum centenorum
millium incolarum, inde ab initio huius se-
culi de novo, quantum ex datis, quinque
lustra complectentibus fieri potest, accura-
tissime reformentur.

Da die bisherigen Mortalitätstabellen
seit Einführung der Ruhpocken als nicht
ferner genau passend angesehen werden
müssen, und die wichtige Basis, welche
sie für alle Berechnungen der politischen
Arithmetik abgeben, die sorgfältigste Be-
rücksichtigung verdient, so wünscht die
Königliche Societät, daß ein Gelehrter,
dem die Geburts- und Sterbelisten eines
ganzen Landes (dessen Einwohnerzahl
aber nicht unter einer Million seyn darf)
[Seite 1935] zu Gebote stehen, unter genauer Angabe
von sämmtlichen dabey gebrauchten Da-
tis, eine Mortalitätstabelle seit dem An-
fange des gegenwärtigen Jahrhunderts
entwerfen möge, die zur Grundlage für
fernere Bestimmungen gebraucht werden
könnte.

Für den November 1829 von der histo-
risch-philologischen
Classe:

Exponatur historia systematum chronolo-
gicorum, quae Graeci inde a temporibus
Logographorum usque ad Eusebium, maxime
viri litterati Alexandrini, composuerunt;
in qua potissimum ad fontes, ex quibus ii
temporum indicationes hauserunt, atque ad
rationes et calculos, quos computationibus
suis fundamento posuerunt, attendendum sit.

Die Königliche Societät wünscht eine
geschichtliche Darstellung der chronologi-
schen Systeme, welche die Griechen von
den Zeiten der Logographen an bis auf
Eusebius, zumal aber die Alexandrini-
schen Gelehrten, aufgestellt haben; wo-
bey hauptsächlich auf die Quellen, aus
welchen dieselben ihre Zeitbestimmung ge-
schöpft, so wie auf die Principien und
Rechnungen, die sie bey ihren chronolo-
gischen Arbeiten zum Grunde legten, zu
achten seyn wird.

Und nun eine neue Preisfrage für den No-
vember
1830 von der physischen Classe:

De D. Civialis methodo calculorum de-
misso in urinae iter instrumento, quod Li-
thotriteur nominatur, in vesica urinaria
[Seite 1936] comminuendorum, et ex illa fragmentorum
forcipe extrahendorum, quid judicandum
sit? – utrum Lithotomia nunc carere pos-
simus, aut non? Si non, – quando isti me-
thodo novae? quando Lithotomiae locus sit?

Beurtheilung von des D. Civiale's Me-
thode die Harnblasensteine mittelst seines
Lithotriteurs in der Blase zu zerstückeln,
und die Fragmente davon mittelst der
Zange auszuziehen. Ob sie nun den Stein-
schnitt entbehrlich mache oder nicht? Wo
nicht, unter welchen Umständen dann jene
neue Methode, oder aber der Steinschnitt
den Vorzug verdiene?

Die Concurrenzschriften müssen lateinisch ab-
gefaßt, und vor Ablauf des Septembers der
bestimmten Jahre postfrey eingesandt seyn.

Der für jede dieser Aufgaben gesetzte Preis ist
von funfzig Ducaten.

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Blumenbach, Johann Friedrich. Date:
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