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Göttingische
gelehrte Anzeigen
unter der Aufsicht
der königl. Gesellschaft der Wissenschaften.

Der zweyte Band
auf das Jahr 1817.

Göttingen,
gedruckt bey Heinrich Dieterich.

Göttingen.

[Seite 1233]

Die von der Königlichen Societät der Wissen-
schaften für den dießjährigen Julius aufgegebene
öconomische Preisfrage betraf

Eine auf genaue Beobachtungen sich grün-
dende, vollständige Naturgeschichte aller
der verschiedenartigen den Rübsaamenfel-
dern schädlichen Insecten, nebst der Angabe
der sichersten and im Großen anwendba-
ren Mittel zur Verhütung des von den-
selben verrührenden Schadens.

Sie hat aber nicht das Vergnügen gehabt eine Wett-
schrift darüber zu erhalten; und gibt dagegen in
Hoffnung bessern Erfolgs für die nächsten vier Termine
folgende Fragen für die öconomischen Preise auf:

Für den November des laufenden Jahres:

Speculative Landwirthe haben bisher bey
dem Haushaltungsvieh durch wohlüber-
legte Modificationen sowohl der Züchtung
[Seite 1234] in und in, alo auch der Kreuzung die auf-
fallendsten Verbesserungen und auch Ver-
schlechterungen der Rassen hervorgebracht,
und ihre darüber gemachten Erfahrungen
in Schriften niedergelegt. Man verlangt
die vollständigste gründlichste Darstellung
dieser Lehre, so weit als sie aus den be-
kannten Erfahrungen gegeben werden kann.

Für den Julius 1818:

Da aus den Versuchen, die man seit vielen
Jahren in verschiedenen Gegenden von
Deutschland, über die Cultur Nordameri-
canischer Waldbäume angestellt hat, zwar
hervorgeht, daß manche darunter, zumahl
einige Nadelholz-Gattungen, bey uns gut
gedeihen, aber doch noch keine genügende
Resultate zur Entscheidung der wichtigen
Frage gezogen worden sind: Ob unter jenen
Bäumen gewisse
Species sind, die zur Cultur
im Großen besonders empfohlen, oder wohl
gar gewissen einheimischen Waldbäumen
vorgezogen zu werden verdienen?

so findet sich die Königliche Societät der Wissen-
schaften zur Aufgabe folgender Preisfrage veranlaßt:

Gibt es Nordamericanische Waldbäume, die
unter gewissen Verhältnissen in Deutschland
mit gleichen oder größern Vortheilen, als
gewisse einheimische Waldbäume im Großen
cultivirt werden können?

Zur vollständigen und gründlichen Beantwortung
dieser Frage steht die Königliche Societät als Haupt-
erfordernisse an:

Für den November 1818 wird nachstehende im
vorigen Jahre beantwortet gebliebene Frage, noch
einmahl aufgegeben, aber mit Verdoppelung des
sonstigen Preises,
und zwar so, daß falls Eine
genügende und die andern überwiegende Schrift
einkommt, ihr Verfasser den doppelten Preis, also
vier und zwanzig Ducaten, und wenn hingegen
etwa zwey gleichgute einlaufen, jede derselben
den gewöhnlichen einfachen Preis erhalten soll. Die
Societät wünscht nähmlich:

[Seite 1236]

Eine auf genaue Versuche gegründete An-
weisung, wie der Holzessig oder die so
genannte Holzsäure, welche mit brenzlich-
öligen Theilen verbunden, in großer Menge
und ohne kostspielige Vorrichtungen bey
dem Verkohlen des Holzes gewonnen wer-
den kann, auf eine im Großen leicht aus-
führbare Weise so zu reinigen ist, daß der-
selbe mit gleichem Vortheile wie gewöhn-
licher Essig in der Oeconomie, ganz be-
sonders aber zur Darstellung mancher Fa-
bricate welche Essig erfordern, z.B. des
Bleyweißes, Bleyzuckers, Grünspans, und
mehrerer pharmaceutischer Präparate, an-
gewandt werden könne.

Zur gründlichen Beantwortung dieser Frage wird
erforderlich seyn:

Und nun für den Julius 1819:

In der Anwendung des Wasserdampfes zu
mancherley Bereitungen, bey denen man sonst
[Seite 1237] die durch Holz oder andere Brennmaterialien
bewirkte Hitze mehr unmittelbar anzuwenden
pflegte, hat man in neuerer Zeit bedeutende
Fortschritte gemacht, und daraus auch hin
und wieder schon im Stadt- und Landhaus-
halte Vortheile gezogen, die nicht allein in
einem geringeren Verbrauche von Brenn-
material, sondern oft auch in Ersparung von
Zeit und Arbeitslohn bestehen.

Obgleich diese Vortheile bey verschiedenen
Bereitungen keinem Zweifel unterworfen seyn
können, so hat doch die Anwendung des Was-
serdampfes zu obigen Zwecken bis jetzt im
Stadt- und Landhaushalte nur geringen Ein-
gang gefunden, wovon der Grund haupt-
sächlich mit in dem Mangel gründlicher,
populärer Anleitungen zu liegen scheint. Da
nun aber bey den immer mehr steigenden
Holzpreisen, die allgemeinere Einführung
jener Anwendung von großer Wichtigkeit ist,
so würde man sich wesentlichen Nutzen ver-
sprechen dürfen von

einer gründlichen, populären auf sichere
Erfahrungen gestützten Anleitung zur An-
wendung des Wasserdampfes bey verschie-
denen Bereitungen im Stadt- und Land-
haushalte, wobey man bisher die durch
Holz oder andere Brennmaterialien bewirkte
Hitze unmittelbar anzuwenden pflegte.

Es würde bey dieser Anleitung

Darauf würde denn

Endlich müßte noch

Der gewöhnliche Preis besteht in zwölf Ducaten,
und der späteste Termin der postfreyen Einsendung
ist Ausgang des Mays und des Septembers.



Blumenbach, Johann Friedrich. Date:
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